Psychologin, Trainerin, Expertin für Autismusspektrumsstörung und andere tiefgreifende Entwicklungsstörungen

Burnout - Definition:

Ursprünglich kommt der Begriff „Burnout“ aus der Technik und bezeichnet das Durchbrennen von Brennstoffelementen.

Laut Freudenberger und North handelt es sich bei Burnout um einen Zustand, der sich langsam aus andauerndem Stress und Energieeinsatz entwickelt und schließlich Motivation, Einstellung und Verhalten beeinträchtigt. Freudenberger und North gehen davon aus, dass über längere Zeit hinweg mehr Energie verbraucht wird, als dem Organismus zugeführt. Burnout stellt somit ein Energiedefizit aufgrund zu hoher Abgabe und zu geringer Zufuhr dar.

Symptomgruppen von Burnout:

Burisch beschreibt sieben Symptomgruppen von Burnout, welche meist auch in der u. a. aufsteigenden Reihenfolge auftreten.

  1. Warnsymptome der Anfangsphase
  2. Reduziertes Engagement
  3. Emotionale Reaktionen; Schuldzuweisung
  4. Abbau
  5. Verflachung
  6. Psychosomatische Reaktionen
  7. Verzweiflung

Burnout im Sozialbereich:

Ein besonders hohes Burnout-Risiko weisen Personen auf, die im Sozialbereich tätig sind, egal ob es sich dabei um Mitarbeiter oder Führungskräfte handelt.

Hier spielen die Persönlichkeitsmerkmale jener Personengruppe eine große Rolle. Meist sind die in diesem Bereich tätigen Menschen durch ihre Menschenorientierung besonders sensibel für Emotionen, Reaktionen und Interaktionen. Das eingesetzte Engagement geht oft über die eigenen Kräfte hinaus, die Betroffenen weisen auch hohe Ideale und Erwartungen an sich selbst auf. Ein hohes Engagement für die „anvertrauten Personen“ hängt aber auch mit äußeren Notwendigkeit zusammen, sich um diese Personengruppe ausreichend zu kümmern: Ein Stapel unbearbeitete Briefe kann liegen bleiben, ein Mensch, der darauf wartet, therapiert, betreut oder unterrichtet zu werden, allerdings nicht.

Auch mangelnde Ressourcen stellen im Sozialbereich einen Risikofaktor hinsichtlich Burnout dar: Leistungen werden gekürzt, das zur Verfügung stehende Geld ist knapp kalkuliert, es muss am Personal eingespart werden. Damit sinken die Erfolgsaussichten der im Sozialbereich tätigen Menschen. Es macht einen Unterschied ob von einem Lehrer 15 Schüler unterrichtet werden oder aus Gründen von Einsparungen seitens der Politik 30 Personen unterrichtet werden müssen. Auch auf Führungskräften sozialer Einrichtungen lastet in diesem Zusammenhang ein sehr hoher Druck.

Wege aus dem Burnout:

Um aus der chronischen Überlastung wieder ausbrechen zu können ist es primär wichtig, das Problem überhaupt zu erkennen. 

Hat man festgestellt, dass man den eigenen Grenzen gegenüber nicht mehr achtsam ist und ständig hochtourig arbeitet, ist man gut damit beraten, Prioritäten zu setzen. Ein entsprechendes adäquates Zeitmanagement ist zu empfehlen.

Dadurch kann es gelingen, die Kontrolle zurück zu gewinnen und eine permanente Überforderung zu verhindern. Dies macht allerdings notwendig, sich der eignen Bedürfnisse und Wünsche bewusst zu sein. Arbeits- und Lebensziele sind neu zu überdenken.

Ein wichtiger Schritt ist es auch zu lernen, „Nein“ zu sagen und erholsame Pausen einzulegen. Ein Schlagwort, das uns in diesem Zusammenhang im Alltag häufig begegnet ist die „Work-Life-Balance“, welcher es gilt, mehr Beachtung zu schenken.

Sich extern Unterstützung zu holen ist kein Zeichen von Schwäche. Coaching, Supervision oder Beratung können hilfreich sein, um innere und äußere Mechanismen zu entlarven, welche zum Burnout führen können oder geführt haben.